Unser Haus

Vom Umspannwerk zur Musikschule – die Geschichte der Emmericher Straße 280.

Wo heute Schlagzeug, Klavier und Chor erklingen, wurde jahrzehntelang Strom für den Niederrhein verteilt. Unser Haus an der Emmericher Straße 280 war das Schalthaus der RWE-Umspannanlage Kleve. Seit 2000 ist die eine Hälfte die Heimat der MUKL – in der anderen arbeiten, Wand an Wand mit uns, bis heute die Stadtwerke Kleve. Seit 2023 steht das Haus unter Denkmalschutz.

  1. um 1880

    Die Villa Maria in Kellen – heute links vor unserem Haus – ist das Wohnhaus eines großen Bauernhofs. Als viel Land an die Margarinewerke van den Bergh verkauft wird, endet hier die Landwirtschaft.

  2. 1910

    Die Stadt Kleve und das RWE schließen einen Vertrag über Stromversorgung und Straßenbahn. Bald fährt die elektrische Straßenbahn – ihr Depot liegt gleich nebenan.

  3. 1916–1918

    Das RWE plant eine große Umspannanlage für die neue 110-kV-Leitung, ursprünglich sogar mit einer Verbindung nach Holland. Die Wahl fällt auf das Grundstück der Villa Maria: direkt an der Hauptstraße, mit möglichem Bahnanschluss und gut erreichbar für die Leitung. Damit der Preis nicht steigt, kauft das RWE über einen Mittelsmann.

  4. ab 1919

    Die Villa wird Wohnung des Leiters des RWE-Betriebsbüros Kleve und Sitz der Büros. Der bisherige Mieter zieht erst nach einem Rechtsstreit 1927 aus.

  5. 1937/38

    Bau der 110-kV-Umspannanlage. Das Schalthaus – unser heutiges Gebäude – entsteht als offenes Viereck: in Mittelteil und Südflügel die Schaltanlage, im Nordflügel die Räume der Belegschaft.

  6. 1945

    Kleve ist schwer zerstört – die Stromversorgung von hier aus geht weiter.

  7. 1975

    Der Bürotrakt wird erweitert; die Anlage ist Sitz der RWE-Betriebsabteilung Nord.

  8. 1988

    Die Villa Maria wird unter Denkmalschutz gestellt.

  9. 2000

    Die Musikschule – damals noch „rhythm & groove factory“ – zieht in die eine Hälfte des Hauses ein: Auf 400 m² entstehen 11 Unterrichtsräume und ein Konzertsaal. Die andere Hälfte nutzen bis heute die Stadtwerke Kleve, denen das Haus gehört, mit Büros und Werkstätten – Wand an Wand mit der Musik.

  10. 2023

    Auch unser Haus wird Denkmal.

Historische Fotos

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Die Klever Straßenbahn in Beek (Holland)
ab 1912 · Die Klever Straßenbahn in Beek (Holland)
Die elektrische Straßenbahn in der Klever Herzogstraße
Die elektrische Straßenbahn in der Klever Herzogstraße
Pferdefuhrwerk der Spedition Heeck aus Kellen – so kam das Material zu den RWE-Baustellen
1910er/20er-Jahre · Pferdefuhrwerk der Spedition Heeck aus Kellen – so kam das Material zu den RWE-Baustellen
Transformatortausch in der Anlage an der Briener Straße – mit Hilfe eines Straßenbahnwagens
1920er-Jahre · Transformatortausch in der Anlage an der Briener Straße – mit Hilfe eines Straßenbahnwagens
Ruhepause auf dem Gelände der Villa Maria
1920er/30er-Jahre · Ruhepause auf dem Gelände der Villa Maria
Bauarbeiten an der 110-kV-Umspannanlage Kleve
1937 · Bauarbeiten an der 110-kV-Umspannanlage Kleve
Die Baustelle der Umspannanlage
1937 · Die Baustelle der Umspannanlage
Die zerstörte Stadt Kleve
1945 · Die zerstörte Stadt Kleve
Die Umspannanlage
Anfang der 1970er · Die Umspannanlage
Die Belegschaft der RWE-Betriebsgruppe Kleve zum 75-jährigen Jubiläum des RWE
1973 · Die Belegschaft der RWE-Betriebsgruppe Kleve zum 75-jährigen Jubiläum des RWE
Bürotrakt und Schalthaus der Umspannanlage – unser heutiges Gebäude
Bürotrakt und Schalthaus der Umspannanlage – unser heutiges Gebäude
Die Villa Maria
1983 · Die Villa Maria

Eine Kindheit an der Villa Maria (um 1930)

Ein Junge, der in der Villa aufwuchs, erinnert sich an die ersten Schuko-Steckdosen im Haus, an einen riesigen elektrisch beheizten Kochtopf, an Obstbäume, unter denen die Kinder sich satt essen durften – und an den Zirkus, der auf der großen Wiese gegenüber gastierte.

Quelle für Texte und historische Fotos: Peter Harder, Licht für das Klever Land. Die Geschichte der Stromversorgung im alten Kreis Kleve 1911–1991, RWE Energie AG, Regionalversorgung Krefeld, Kleve 1992. Die Fotos werden mit freundlicher Genehmigung der Stadtwerke Kleve gezeigt.

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